Nach der DGB-BZA-Vereinbarung wird die Leistungsanforderung für urlaubs- und Weihnachtsgeldab 1. Januar 2006 auf sechs Monate reduziert. Diese Verringerung dieser Dienstleistungsanforderung ist von besonderer Bedeutung, da nach statistiken über Leiharbeit (für Juni 2002) etwa zwei Drittel der Leiharbeitnehmer für eine Dauer von weniger als drei Monaten beschäftigt sind. Es wird ein Benotungssystem mit neun Skalen eingerichtet, das von einfachen, sich wiederholenden Arbeiten reicht, die nicht viel Ausbildung erfordern (Skala 1), bis hin zu einer Arbeit, die einen Hochschulabschluss und mehrjährige Berufserfahrung erfordert (Skala 9). Die Skala 4 umfaßt qualifizierte Arbeiten, die eine dreijährige formale Ausbildung erfordern. Die genauen Definitionen unterscheiden sich im Detail zwischen den BZA- und den iGZ-Vereinbarungen. Die Mitarbeiter werden in den verschiedenen Besoldungsgruppen nach den Hauptanforderungen der Arbeit gruppiert, die sie im Benutzerunternehmen erledigen sollen. Wenn sie eine Arbeit ausführen, die eine höhere Qualifikation für einen bestimmten Zeitraum erfordert, erhalten sie für diese Zeit einen Bonus, der der Differenz zwischen dem Standardlohn des Arbeitnehmers und der betreffenden höheren Lohnskala entspricht. Gemäß dem Tarifvertrag mit BZA ist dieser Bonus nur dann zu zahlen, wenn die Arbeit, die eine höhere Qualifikation erfordert, mehr als sechs Wochen dauert. Nur wenige Tarifverträge auf Betriebsebene oder Betriebsvereinbarungen sehen Lohnparität vor oder beschränken die Nutzung von TAW. Das Betriebsvertragsarchiv der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) listet eine kleine Anzahl von Vereinbarungen auf, die verschiedene Aspekte der Nutzung von TAW in Anwenderunternehmen regeln, wie Quoten, Grundsätze, Bedingungen.

Eine von der HBS in Auftrag gegebene Umfrage unter 80 Betriebsräten im Jahr 2007 (Wassermann/Rudolph, 2007) legt nahe, dass nur eine Minderheit der Betriebsräte (25%) ist bestrebt, die Verwendung von TAW in Werkverträge einzubetten oder erfolgreich eingebettet zu haben. Beide Tarifpakete enthalten «Härteklauseln», d. h. bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit der drohenden Insolvenz können Arbeitgeber vorübergehende Abweichungen von den tariflichen Bestimmungen beantragen, um eine Insolvenz zu verhindern. Der DGB-BZA-Tarifvertrag enthält ferner eine «Öffnungsklausel», die «dreigliedrige» Lohnvereinbarungen – d. h. zwischen Gewerkschaften, Zeitarbeitsfirmen und Verwenderunternehmen – ermöglicht, wenn diese für die Leiharbeitnehmer, die an diese Unternehmen geschickt werden, günstiger sind. Quelle: Tarifarchiv der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Die vorgelegten Daten deuten darauf hin, dass der TAW für viele Menschen, die sonst arbeitslos geblieben wären, eine Brücke zum Arbeitsmarkt schlägt. Eine strikte Anwendung der Gleichbehandlungsklausel würde daher nicht nur den Charakter des TAW verändern und ihn in einen normalen Vermittlungsdienst verwandeln, sondern würde auch die Beschäftigungsaussichten derjenigen untergraben, die derzeit von der Expansion des TAW-Marktes profitieren. Darüber hinaus wäre eine strikte Anwendung der Gleichbehandlungsklausel insbesondere für kleinere Agenturen und für Aufträge in Nichttarifvertragen nicht durchführbar. Bürokratie- und Informationskosten könnten auf ein unerschwingliches Niveau steigen.

Auf einer von BZA organisierten Konferenz sagte ihr Chefunterhändler Jürgen Uhlemann, die Arbeitgeber hätten gerne eine Regulierung der Branche durch Tarifverträge vermieden, aber die neuen Rechtsvorschriften zur Leiharbeit ließen ihnen kaum eine andere Wahl, als in Tarifverhandlungen einzutreten, wenn sie die Gleichbehandlung mit den Beschäftigten der Nutzerunternehmen verhindern wollten. Das BZA zeigte sich erfreut darüber, dass es die Umsetzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern wirksam verhindert habe.