Bundesanstalt für Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz (BAuA) (2018), BAuA-Arbeitszeitbefragung: Vergleich 2015-2017 , Dortmund/Berlin/Dresden. Der Nationale Tarifvertrag war das Ergebnis der Bemühungen hunderter Gewerkschaftsorganisationen in der Ukraine und im Ausland. Die BHI unterstützte den Kampf von PROFBUD während der «Frühjahrsoffensive». Der europäische und der asiatische Kontinent wurden Anfang 2017 von einer Reihe von Aktivitäten und Protesten heimgesucht. BHI-Generalsekretär Ambet Yuson hat während seiner persönlichen Teilnahme an der Kundgebung von PROFBUD zur Unterstützung des Nationalen Tarifvertrags eine starke Botschaft der Unterstützung für die Forderungen der ukrainischen Arbeitnehmer nach besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen geliefert. Bispinck, R. (2017), Arbeitszeit – War das der tarifvertragliche Instrumentenkoffer? Eine Analyse von 23 Branchen- und Tarifbereichen , Elemente qualitativer Tarifpolitik Nr. 82, Düsseldorf. Neue Verhandlungsrunden können beginnen, wenn ein Tarifvertrag ausgelaufen ist. Im Jahr 2018 liefen die Tarifverträge im Durchschnitt 26,5 Monate – die kürzeste Laufzeit war im Chemie- und Energiesektor (15 Monate), der längste im öffentlichen Sektor (30 Monate). In vielen Branchen haben Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eine gemeinsame Streitbeilegungsvereinbarung (Schlichtungsvereinbarung) geschlossen.

Solche Abwicklungsvereinbarungen legen in der Regel fest, wann die Friedensverpflichtung ausläuft und eine Gewerkschaft daher einen offiziellen Streik ausrufen kann. Sollten die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag zu keinem Ergebnis führen, können die Tarifparteien das vereinbarte gemeinsame Streitbeilegungsverfahren (Schlichtung) anwenden, um den Ausbruch von Arbeitskampfmaßnahmen zu verhindern. Das Verfahren muss nicht zu einem Kompromiss führen, sondern kann lediglich eine Mediation bewirken. Es gibt kein gesetzliches Mediations- oder Schiedsverfahren. Das Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG) enthält verschiedene alternative Formen der Streitbeilegung. Üblicherweise ist das Schlichtungsverfahren (Güteverhandlung). In diesem Fall einigen sich der Richter und die Konfliktparteien auf eine außergerichtliche Einigung. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, geht der Fall vor Gericht zurück. Die Umsetzung der EU-Rechtsvorschriften hat die Rolle der außergerichtlichen Mediation gestärkt. Die Richter können einen Richter ernennen, der nicht in das Gerichtsverfahren für das Schlichtungsverfahren involviert ist (Güterichter); vorbehaltlich der Zustimmung der Konfliktparteien sind auch ein außergerichtlicher Mediator für die Vermittlung des Konflikts.